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WJT – Zweite Katechese

Am Donnerstag haben wir uns zur zweiten Katechese in die Sagrado Corazón de Jesús in die Calle General Zabala 10 aufgemacht. Wir wir am Tag vorher bereits erfahren haben, ist dort die Diözese München-Freising für die Gestaltung der Katechese zuständig.

Die Kirche ist im Vergleich zur San Agustin wesentlich prachtvoller und aufwendiger gestaltet und hier fiel mir zum ersten Mal auf, das die Opferlichtle nicht mehr aus Wachs bestehen und angezündet werden, sondern nur noch elektronisch geschalten werden. Sobald man das Opfergeld ins Kässle wirft, geht eine LED an und die ‘Kerze’ fängt an zu leuchten. Eine schlaue Idee mit sehr geringem Wartungsaufwand, vor allem weil man hier nicht schummeln kann und alle Lichter anzünden ohne dafür bezahlt zu haben. Außerdem senkt es, gerade an so heißen Tagen wie derzeit, die Gefahr von Bränden.

Zur Katechese selbst kann ich nicht viel sagen außer dass sie sehr LAUT war. Daher sind wir auch nach etwas über einer Stunde wieder gegangen. Die anwesenden Pilger haben bei jeder Nennung des Diözesennamens “München-Freising” dermaßen laut gejohlt, dass ich keine Lust hatte, hier die Katechese zu begehen. Auch die ersten Sätze, die der Weihbischof Bernhard Haßlberger von sich gab, waren so gegensätzlich zu dem, was ich in der Katechese am Tag davor erlebt hatte, dass wir schließlich schnell das Weite suchten.
Insgesamt hat mir der Besuch in Sagrado Corazón de Jesús aber immerhin die Erkenntnis gebracht, dass Bayern sehr extrem sein können: extrem laut, extrem vom sich überzeugt und auch extrem in ihrer Religionsausübung, denn die Worte des Bischofs klangen verdächtig in Richtung “entweder glaubst Du an Gott oder Du machst was falsch”. Alternativen schien es nicht zu geben.

Als wir dann die Kirche verlassen hatten, haben wir uns auf den Weg nach Polideportivo Magariños Colegio Ramiro de Maeztu in der Calle Serrano 127 gemacht. Dieser Veranstaltungsort lag am dichtesten bei unserem Hotel, ich hatte ihn bisher nur noch nicht in Betracht gezogen, da es eine Turnhalle ist und ich dort eigentlich nicht Gottesdienst feiern wollte. Wie gut, dass ich daran nicht mehr gedacht habe, als wir uns auf den Weg gemacht haben.
Angekommen war ich zuerst einmal ernüchtert, schließlich wollte nicht zu einem Gottesdienst in einer Sporthalle, aber die Atmosphäre hier war so anders als ich befürchtet hatte, dass wir dann doch geblieben sind.
Auf dem Hallenboden war Filz ausgelegt und so war das Sitzen und Knien nicht gar so furchtbar wie ich dachte. Als wir die bayrische Katechese verlassen haben, dachte ich “schlimmer kann es ja nicht mehr werden”, aber in der Turnhalle war der Wiener Weihbischof Christoph Schönborn. Naja, abwarten.
Ich habe aber die überraschende Erfahrung gemacht, dass der österreichische Kardinal eine ganz moderne Sichtweise im Umgang mit dem Glauben hat, die er sowohl bei der Fragerunde, der er sich stellte, zum Ausdruck brachte, als auch in seiner Predigt betonte.

Nur weil jemand kein Christ sei, kann derjenige trotzdem Gutes vollbringen und daher sollen wir uns nicht per sé ein schlechtes Bild von jemandem machen.
Damit spielte er wohl auch auf den Beginn der Katechese an, den wir nicht miterlebt haben, der aber in einem recht kritischen Artikel auf kath.net beschrieben ist.

Aus dieser Katechese, die das Bistum Aachen organisiert hat, habe ich sehr viel mitgenommen und ich bin froh, dass wir in die Turnhalle gegangen sind.

Hier habe ich auch zum ersten Mal einen Übersetzer in Gebärdensprache live gesehen.
Dank der Fingerfertigkeit des Mannes aus dem Bistum Limburg habe ich auch oftmals noch den groben Sinn eines Satzes erfassen können, wenn ich ihn auch mit den Ohren nicht verstanden habe – Voralbergerisch versteh ich eben nicht wirklich (weiß ich jetzt).

Ich habe nach der Veranstaltung kurz ein paar Worte mit dem Übersetzer gewechselt und mich nach amerikanischen bzw. englischsprachigen Gottesdiensten erkundigt, bei denen auch Gebärdensprachenübersetzer sind, dabei fiel mir mal wieder auf, dass es für jede Sprache wieder Eigenheiten bzw. große Unterschiede gibt, denn deutsche sind nicht gleich englische sind nicht gleich amerikanische Gebärden. Uff. Na da hätte man sich ja mal vorher einigen können…

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