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Archiv für die Kategorie 'USA'

Bezahlte Besserwisserin

Ich habe hier in den USA inzwischen auch beruflich Fuß gefasst und bekomme nun schon seit November Geld dafür, dass ich andere korrigiere – jaha! Nüchtern betrachtet KANN mir ja gar nichts Besseres passieren, dafür weiß ich zu gern zu viel besser ;)

Ende Oktober hab ich beschlossen, dass ich nun genug vom Daheim-Rumsitzen-und-nichts-am-Vorangehen-sehen hab und hab mich mit einer Dame zusammengesetzt, die mit mir einen Lebenslauf und ein Anschreiben geschrieben hat. Im Deutschen hab ich das bisher immer selber gemacht, hier ist das aber etwas anders, da keine persönlichen Daten oder gar ein Foto im Lebenslauf vorkommen dürfen, das könnte schließlich ein Grund zur Diskriminierung sein. Also habe ich mit Tiffany meine Unterlagen auf US-Standard konvertiert und einen super Lebenslauf geschrieben, der sowohl mein IT-Wissen als auch meine Radio- und Spielerfahrung seit über zehn Jahren beinhaltet. Hätte ich in Deutschland nie gemacht, weil ich ja, gerade für meine Radiosachen, kaum oder wenig angesehene Nachweise hab. Da es aber hier wesentlich mehr ums sich-selbst-gut-präsentieren geht, hab ich gamer-fm und auch noch andere Sachen, die ich in meinen alten Jobs gemacht habe, die aber in keinem Zeugnis stehen, in meinen Lebenslauf mit rein gepackt und der liest sich schon wirklich toll :)

Einen Tag später habe ich dann meine Unterlagen per Mail an eine Personalvermittlung geschickt und bekam auch direkt am Tag drauf einen Anruf ob ich denn wohl morgen zum Vorstellungsgespräch kommen könnte. Damit hat sich die professionelle Hilfe beim Lebenslauferstellen schon mal direkt als richtig erwiesen!
Ich hab mich an dem Punkt schon gefreut, dass ich nun zumindest so nen guten Lebenslauf habe, dass ich mich damit weiter bewerben kann, wenn es mit dieser Stelle nichts wird und ich durch das Gespräch nun erst einmal Erfahrung für weitere Bewerbungsdurchläufe sammeln kann.

Ich bin dann zu insgesamt drei Tests (an drei aufeinander folgenden Tagen) ins Büro gebeten worden, in denen zuerst meine schriftlichen Englischkenntnisse getestet wurden. War wohl gut. Danach kam dann ein für mich recht einfacher Deutschtest dran, in dem ich das richtige Geschlecht von Gegenständen vervollständigen sowie die Fälle korrekt in Lückentexte eintragen musste. Darauf folgte der für mich kniffligste Test: Fließtext übersetzen.

Da der Job bei Sony Online Entertainment ausgeschrieben war und ich seit 2001 bereits auf LAN-Parties, daheim und vor allem auch durch gamer-fm viel Erfahrung mit Computerspielen hatte, wusste ich schon in etwa, was beim Übersetzen auf mich zukommen würde. Zur Sicherheit habe ich mit Micha aber dann als Vorbereitung nochmal das MMORPG Order&Chaos auf dem iPad angefangen zu spielen und die Dialoge dort ins Deutsche übersetzt.

Vorbereitung auf den Übersetzungstest

So vorbereitet bin ich dann auch zum letzten Test gegangen und habe vier Texte übersetzt.
Das war ganz schön anstrengend, konzentriert über mehrere Stunden zu übersetzen, aber dank der Abiarbeiten war ich noch in Übung.

Als ich meine Personalerin den Tag drauf angerufen habe und einfach nur hören wollte, ob sie bereits Informationen hat, sagte sie mir, dass es gut aussehe und ich doch bitte zum Gespräch bei Sony vorbeikommen soll. Yey!
Hab ich am folgenden Freitag auch gemacht und bin positiv überrascht aus meinem ersten richtigen amerikanischen Vorstellungsgespräch wieder raus gegangen. Gar nicht so steif und furchterregend wie beim deutschen Bewerbungsablauf!

Am Montag hab ich dann den Anruf meiner Personaldame erhalten, ich hab den Job!
So konnte ich zwei Wochen später, am 07. November, als “Translation and Localization Specialist” meinen Dienst bei Sony antreten.

Was mir an großen Unterschieden zu meinem früheren Job aufgefallen ist war direkt am Anfang, dass ich Adminrechte auf meinem PC hatte und so nicht mehr an den Internet Explorer gefesselt war, sondern mir direkt den Firefox und andere hilfreiche Software wie PDF-Ersteller etc runterladen konnte.
Dann habe ich mit riesiger Freude entdeckt, dass ich hier im Büro nicht nur als laufender Posten durchgehe. Ich habe ein spitzen Team erwischt (was wohl auch Glückssache sein kann) und die Arbeitsmentalität bei uns im Büro kommt mir sehr entgegen. Hier bekomme ich nämlich meine Aufgabenliste, die ich abarbeiten muss. Es wird aber nicht mit dem Finger drauf gezeigt, dass ich ‘maximal so lange’ für das und jenes brauchen darf, sondern ich muss einfach am Ende des Tages fertig sein. Schön!

Am zweiten Tag im Büro hatte ich auch wieder meine Tempobox mitgebracht. Brauch ich ja.
Meine Kollegin Tina hat mich dann aber drauf hingewiesen, dass wir die hier kostenlos bekämen. Jaha! Kostenlose Tempoboxen für jeden!! Dazu kann auch jeder Mitarbeiter das Büromaterial, was er zum Arbeiten benötigt, jederzeit aus dem Vorratsschrank holen. Eine ganz neue Erfahrung für mich, die mir wieder vor Augen führte, was eigentlich normal sein sollte im Büro und wie lächerlich es genau genommen ist, in mancher großen deutschen Firma für jeden Tesa und jeden Bleistift anstehen und ihn rechtfertigen zu müssen, weil die Leitung so versucht, die Kosten einzudämmen *pfeif*.

Übrigens: Wenn es den Angestellten gut geht, sind sie auch produktiver. Zumindest erkläre ich mir so, dass es hier umsonst Heißgetränke gibt.

Und wir einmal im Monat den Fruit- und Bagleday haben, an dem wir kostenlos Bagles, Süße Stückle und Obst bekommen.

Doch, ich fühl mich hier äußerst wohl!

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Einchecken bei Farmer Markets

Dass die Amerikaner nicht so sehr gesundheitsbewusst essen ist ja kein Geheimnis.
Dem versuchen jetzt immer mehr Städte und Gemeinden mit Wochenmärkten, oder wie sie hier heißen Farmer Markets, entgegen zu steuern. Auf einem Farmer Market sollen nur Waren mit lokalem Bezug bzw. auf lokaler Herstellung verkauft werden und meistens klappt das auch ganz gut.

Auf einem dieser Farmer Märkte hab ich neulich auch ENDLICH gelbe Rüben für unsere Wackelnasen gefunden – MIT Grünzeug dran (das mit dem Convenient-Food ist hier dermaßen verbreitet, dass man eigentlich nur noch gewaschen, geschält und in mundgerechte Stücke geschnittenes Essen zu Kaufen findet, dass ich mich ganz schön abmühen muss, um Gemüse und Obst im Erntezustand zu finden).

Da ich nun öfter auf den Märkten Zugange bin, hab ich mir bei einem meiner letzten Logins mit Gowalla (was ich jetzt nicht mehr benutze, weil die keine Items mehr haben… das ist aber eine andere Geschichte) den “Eating Fresh” Pin verdient.

Eating-Fresh-PIN Gowalla

Die Initiative dahinter find ich aber doch ganz vorbildlich und daher habe ich mich bis zum 20. September auch fleißig bei den Farmers Märkten mit Gowalla eingeloggt, damit Frigidaire auch reichlich spenden kann.
Und danach hab ich die Applikation gelöscht.

Jetzt bin ich (nur) noch bei Foursquare virtuell unterwegs und checke mich online ein, meine aktuell besuchten Punkte kann man allerdings nur noch anschauen, wenn man selber nen Foursquare Account hat. Das Profil ist auch ohne Login einsehbar, ist aber lange nicht so interessant.

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Zeitumstellung

Gähn… das mit der Zeitverschiebung hab ich noch nicht so raus, daher ist mein Körper auch der Meinung, dass es absolut in Ordnung sei, bereits um kurz nach zwei nicht mehr müde zu sein. Um kurz nach drei hab ich dann nachgegeben und aufgehört, schlafen zu wollen und angefangen, Telefonnummern, PINs und andere Dinge auswendig zu lernen.
Ich brauchs ja doch irgendwann.

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Kuck, da bin ich!

Als ein Kind des Web2.0 bin ich quasi mit meinem iPhone verwachsen.
Um Familie und Freunde an meiner Weltenbummlerei teilhaben zu lassen, hab ich vor ca zwei Jahren angefangen, mich über Gowalla einzuchecken, d.h. meinen Standort online mitzuteilen.

Dass das nicht nur praktisch ist, sondern auch ein bissele Suchtpotential in sich trägt, sich überall einzuchecken, weil es so schööön ist, die vielen schönen PINs zu bekommen, will ich gar nicht leugnen. Hat was, nachkucken zu können, welche Bundesstaaten man noch nicht besucht hat :)

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